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Eine Sonnenfinsternis ist ein präzises kosmisches Zusammenspiel: Sie entsteht, wenn sich der Mond von der Erde aus gesehen exakt vor die Sonnenscheibe bewegt. Dieses Phänomen ist einer bemerkenswerten geometrischen Konstellation zu verdanken: Obwohl die Sonne im Durchmesser etwa 400-mal größer ist als der Mond, ist sie gleichzeitig auch rund 400-mal weiter von der Erde entfernt. Durch dieses Verhältniss erscheinen beide Himmelskörper am Firmament nahezu gleich groß – mit einem scheinbaren Durchmesser von jeweils etwa 0,5 Grad.

Ich zeige drei zentralen Etappen einer totalen Sonnenfinsternis anhand von eigenen Aufnahmen dokumentiert – von den ersten Bedeckungsphasen über die optischen Phänomene am Mondrand bis hin zur vollständigen Abdeckung der Photosphäre.

Totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in Spanien

Ein unvergessliches Astro-Highlight

 

Ich hatte das große Glück, die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 live in Spanien erleben zu dürfen. Zusammen mit fünf weiteren Astrobegeisterten hatten wir für eine Woche eine Villa südlich von Burgos gemietet. Für mich persönlich war dieses Ereignis ein absolut einzigartiges und unvergessliches Astrofotografie-Highlight.

Die Planung

Die Vorbereitungen für dieses Projekt begannen bereits über zwei Jahre im Voraus. Ein Großteil der Planung floss in die akribische Standortsuche per Satellitenkarte sowie in die Optimierung der Kameraeinstellungen.

Mein oberstes Ziel war von Anfang an klar: Ich wollte dieses Naturschauspiel nicht nur durch den Sucher oder auf einem Monitor erleben, sondern live mit eigenen Augen genießen. Die Phase der Totalität mit bloßem Auge und durch das Doppelfernrohr zu beobachten, hat für echte Gänsehaut und unvergessliche Momente gesorgt.

Um während der kurzen Minuten der Finsternis nichts manuell nachjustieren oder verstellen zu müssen, lief der gesamte Aufnahmeablauf vollautomatisiert ab. Beide Kamera-Setups wurden über individuelle Skripte gesteuert, die parallel auf einem Laptop liefen. Ein umfassender Testlauf am Vortag erwies sich dabei als entscheidend: So konnten die Belichtungsreihen noch im Detail feinjustiert werden, wodurch am Tag der Finsternis schließlich alles absolut reibungslos durchlief.
 

Die Bildverarbeitung

Bei mehreren Tausend Einzelaufnahmen unterschätzt man den Aufwand der Nachbearbeitung schnell. Entsprechend zeitintensiv war der gesamte Prozess. Im Folgenden möchte ich euch, unterteilt in die verschiedenen Phasen der Finsternis, meine Ergebnisse präsentieren.
 

Verwendetes Equipment

Für die Dokumentation der Sonnenfinsternis kamen zwei parallel laufende Setups sowie eine Drohne zum Einsatz:

Haupt-Setup (Detailaufnahmen & Zeitraffer)

  • Kamera: ToupTek SkyEye 24AC (Vollformat)
  • Teleskop: TS-Optics CF-APO 90/540 mm mit Flattener
  • Montierung: ZWO AM3
  • Software: SharpCap 4.1
  • Steuerung: SharpCap Eclipse Sequence Creator

Zweit-Setup (Übersicht )

  • Kamera: Sony Alpha 7 IV (Vollformat)
  • Objektiv: Tamron 70–180mm f/2.8 (bei 70 mm, abgeblendet auf f/5.6)
  • Stativ: Rollei Lion Rock Traveler Pro
  • Software: Sony Imaging Edge Desktop
  • Steuerung: Eigene PowerShell-Skripte zur automatisierten Belichtungsreihe

Video & Umgebung

  • Drohne: DJI Mini 3