Weihnachtsbaumcluster
auch bekannt als NGC 2264
Der Weihnachtsbaum-Sternhaufen und der markante Konusnebel bilden zusammen das Herz der Region NGC 2264. Inmitten des Sternbilds Einhorn gelegen, ist dieses Areal eines der spektakulärsten Sternentstehungsgebiete unserer Milchstraße. Das hier gezeigte Bild offenbart die gewaltigen Wasserstoffwolken, die durch die intensive Strahlung junger Sterne zum Leuchten angeregt werden.
1. Steckbrief & Bezeichnung
- Katalogbezeichnung: NGC 2264 (beinhaltet Sternhaufen und Nebelstrukturen)
- Sternbild: Einhorn (Monoceros)
- Entfernung: Ca. 2.500 bis 2.600 Lichtjahre
- Wahre Ausdehnung: Ca. 30 Lichtjahre
- Scheinbare Helligkeit: 4,1 mag (der Sternhaufen ist bereits im Fernglas sichtbar)
2. Entdeckung
Die Sterne des Haufens wurden bereits am 18. Januar 1784 von Wilhelm Herschel entdeckt. Der Nebelkomplex selbst ist jedoch so lichtschwach, dass er erst durch die moderne Astrofotografie in seiner vollen Pracht und Detailtiefe – wie in dieser Aufnahme – sichtbar wird.
3. Der Ursprung & Die Komponenten
NGC 2264 ist keine einzelne Struktur, sondern ein komplexes Zusammenspiel aus Gas, Staub und jungen Sonnen:
- Der Konusnebel (Cone Nebula): Am unteren Rand der Aufnahme (an der „Spitze“ des Weihnachtsbaums) befindet sich diese dunkle, kegelförmige Struktur. Es handelt sich um eine dichte Dunkelwolke aus Gas und Staub, die das Licht dahinterliegender Objekte schluckt und durch Sternwinde massereicher Sterne geformt wurde.
- Der Weihnachtsbaumhaufen: Die hellen, bläulichen Sterne in der Mitte bilden die Form eines auf dem Kopf stehenden Tannenbaums. Der hellste Stern, S Monocerotis, bildet den Stamm (oder die Basis) und liefert einen Großteil der Energie, die den umgebenden Wasserstoff zum Leuchten bringt.
- Der Fuchsfellnebel (Fox Fur Nebula): Im oberen Bereich des Komplexes zeigen sich zerzauste, rötliche Strukturen, deren Aussehen an das Fell eines Fuchses erinnert.
4. Visuelle Erscheinung
In der Astrofotografie dominiert das tiefe Rot des ionisierten Wasserstoffs (H-Alpha). Der Kontrast zwischen den leuchtenden Emissionsnebeln und den tiefschwarzen Silhouetten der Staubwolken – wie beim Konusnebel – verleiht dem Bild eine fast dreidimensionale Tiefe. Während der Sternhaufen im Teleskop wie funkelnder Christbaumschmuck wirkt, zeigt die Fotografie erst das „festliche Leuchten“ des gesamten Nebels.
Das Deepskyfoto ist zusammengesetzt aus 5 Einzelbildern. Dafür verwende ich eine schwarzweiß Astrokamera (ASI533MM) ohne Farbfilter vor den einzelnen Pixeln. Vor dieser befindet sich ein Filterrad mit 7 Filtern, um dann im Anschluss wieder ein Farbbild aus den Einzelaufnahmen zusammen zu setzen.
- Breitbandfilter (RGB):
- R (Rot), G (Grün), B (Blau): Erfassen das gesamte sichtbare Spektrum in diesen drei Farben.
- Ziel ist die Erfassung der natürlichen Farben der Sterne.
- Schmalbandfilter (HOO-Palette):
- Hα (Wasserstoff-Alpha): Isoliert das Licht des ionisierten Wasserstoffs (der stärkste Emitter in vielen Nebeln).
- OIII (Sauerstoff III): Isoliert das Licht von dreifach ionisiertem Sauerstoff.
- Stacking HOO Palette: Alle Einzelbilder jedes Hα und OIII Filters werden separat gestackt (gemittelt), um zwei monochrome Master-Bilder zu erhalten.
- Kanalzuweisung: Die Master-Bilder werden in ein Farbbild kombiniert. Da aber jeder Pixel immer die Information aus den 3 Grundfarben rot, grün und blau benötigt wird OIII sowohl im blauen als auch grünen Kanal verwendet, da dies meißt schwächer ausfällt. Daher die Bezeichnung HOO.
- Rot-Kanal ← Hα
- Grün-Kanal ← OIII
- Blau-Kanal ← OIII
- Stacking RGB: Die R-, G- und B-Aufnahmen werden separat gestackt, um drei monochrome Master-Bilder zu erhalten.
- Kanal-Kombination: Die Master-Bilder R, G und B werden zu einem natürlichen Farbbild der Sterne kombiniert.
- Der finale Schritt ist die Verschmelzung der beiden Ergebnisse:
- Das HOO-Nebel-Bild wird bearbeitet, um die Struktur und Farbdetails herauszuarbeiten.
- Die Sterne aus dem HOO-Bild werden entfernt , da sie unnatürliche Farben aufweisen.
- Die Sterne aus dem RGB-Bild (mit ihren natürlichen Farben) werden extrahiert und dem HOO-Nebel-Bild hinzugefügt. Dies ergibt ein Endergebnis, das sowohl die tiefen Strukturen des Nebels als auch die natürlich leuchtenden Sternfarben zeigt.
Belichtungszeit
Aufnahmedatum: 08.-10.01.2024
| Filter: | Zeit in sec: | Anzahl: |
| R | 30 | 20 |
| G | 30 | 20 |
| B | 30 | 20 |
| Ha | 180 | 147 |
| OIII | 180 | 137 |
| Gesamtzeit: | 14h 42m |
| Teleskop: | TS-Optics CF-APO 90mm f/6 |
| Kamera: | ZWO ASI533MM |
| Montierung: | ZWO AM3 |
| Filter: | ZWO Red |
| ZWO Green | |
| ZWO Blue | |
| ZWO H-alpha 7nm | |
| ZWO O-III 7nm | |
| Zubehör: | TS-Optics TSCFRed90 |
| ZWO ASIAIR Plus | |
| ZWO EFW 7 x 36mm | |
| ZWO EAF | |
| Software: | PixInsight |