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Dreiecksgalaxie

auch bekannt als M33 oder Triangulum Galaxie

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Allgemeine Einordnung

M33 ist eine Spiralgalaxie im Sternbild Dreieck (Triangulum) und gehört zur Lokalen Gruppe. Mit einer Entfernung von etwa 2,8 bis 3 Millionen Lichtjahren ist sie einer unserer nächsten galaktischen Nachbarn. Nach der Andromeda-Galaxie und unserer Milchstraße ist sie das drittgrößte Mitglied dieser Gruppe.

Größe und Masse

Die Galaxie hat einen Durchmesser von etwa 50.000 bis 60.000 Lichtjahren, was ungefähr der Hälfte der Größe der Milchstraße entspricht. Sie beherbergt geschätzt 40 Milliarden Sterne (zum Vergleich: die Milchstraße hat etwa 100 bis 400 Milliarden). Ihre Gesamtmasse wird auf etwa 2 % bis 5 % der Masse unserer Milchstraße geschätzt.

Struktur und Erscheinungsbild

M33 ist eine Galaxie vom Typ Sc, was bedeutet, dass sie eine sehr lockere Spiralstruktur und einen relativ kleinen Kern besitzt. Da wir fast direkt von oben auf ihre Scheibe blicken („Face-on“), sind die Spiralarme besonders gut sichtbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Spiralgalaxien fehlt ihr ein zentraler Balken; ihre Arme wirken eher „flockig“.

Besondere Objekte innerhalb der Galaxie

Ein Highlight ist NGC 604, eine gigantische H-II-Region in einem der Spiralarme. Es handelt sich um eine der größten bekannten „Sternenfabriken“, in der in rasantem Tempo neue, massereiche Sterne entstehen. Zudem beherbergt M33 das Objekt M33 X-7, eines der massereichsten stellaren Schwarzen Löcher, das wir kennen.

Das besondere an diesem Bild ist die Kooperation mit befreundeten Astrofotografen aus der Region Franken.

Philipp Rath und Pater Christoph Gerhard von der Klostersternwarte Münsterschwarzach haben mit ihren Instrumenten die RGB-Daten aus Farbkameras beigetragen, während ich die Wasserstoff-Daten (Ha) mit meiner Monokamera beigesteuert habe. 

Philipp´s Ausrüstung:

  • ASI 2600 MC duo air - (APSC) Pixelgröße 3,75µm
  • Skywatcher Esprit 100ED f=555mm
  • 255min Belichtungszeit

Christoph´s Ausrüstung:

  •  SkyEye24 (Vollformat) - Pixelgröße 5,94 µm
  • 180 mm EDT bei f=1.080 mm
  • 108min Belichtungszeit

Meine Ausrüstung:

  • ASI533MM (1´´Sensor) - Pixelgröße 3,75µm
  • APO 90 bei f=540mm
  • 354min Belichtungszeit

Das Daten passen also vom Auflösungsverhältnis pro Pixel recht gut zusammen und können gut noch vereint werden, da aber noch sehr wenig Erfahrungen mit solch einer Multi-Integration vorhanden waren, gab es viel zu lernen. 


Bildbearbeitung mit PixInsight

Als Software nutze ich PixInsight, ein spezialisiertes und extrem leistungsfähiges Programm zur Bearbeitung von Astrofotos. Es basiert auf einer Vielzahl einzelner Module und Skripte, die eine enorme Fülle an Einstellungsmöglichkeiten bieten und förmlich zum Experimentieren einladen. Dass PixInsight Industriestandard ist, zeigt sich auch darin, dass ein Großteil der NASA-Aufnahmen mit dieser Software prozessiert wird.
 

Der Workflow: Von drei Stacks zu einem Bild

Der erste entscheidende Schritt bestand darin, die beiden RGB-Summenbilder von Philipp und Christoph zu „verheiraten“. Dabei bin ich wie folgt vorgegangen:

  1. Astrometrierung & Koordinaten: Zuerst wurde Christophs Rohsummenstack astrometiert, um die exakten Himmelskoordinaten zu bestimmen. In Philipps Summenbild waren diese Metadaten bereits hinterlegt.
     
  2. Farbkalibrierung (SPCC): Diese Koordinaten sind die Voraussetzung für eine präzise photometrische Farbanpassung. Mithilfe des Moduls Spectrophotometric Color Calibration (SPCC) und den Datenbank-Referenzwerten des GAIA-Satelliten wurden die Sternfarben exakt kalibriert. Aufgrund der Komplexität dieses Prozesses liegen hier oft die größten Unsicherheiten; es bleibt ein spannendes Feld für zukünftige Optimierungen.
     
  3. Registrierung & Kombination: Um die Aufnahmen deckungsgleich auszurichten, kam das Modul StarAlignment zum Einsatz. Die eigentliche Vereinigung der Daten erfolgte anschließend durch eine Addition im Modul PixelMath.
     
  4. Zuschnitt & Finalisierung: Da die Sensoren der verwendeten Kameras unterschiedliche Größen haben, wurden die überstehenden Ränder abgeschnitten mittels DynamicCrop.
     
  5. Post-Processing: Anschließend erfolgt die Standardprozedur: Das „Stretchen“ (Strecken) der linearen Daten sowie gezielte Farbanhebungen und Kontrastoptimierungen, um die Details des Objekts hervorzuheben.
     
  6. H-alpha-Integration: Zum Abschluss wurden meine Wasserstoff-Alpha (Ha) Daten in das RGB-Bild integriert. Hierbei ist Fingerspitzengefühl gefragt:
    1. Die Problematik: Eine einfache Überlagerung des Ha-Signals in den Rotkanal würde das gesamte Bild (inklusive der Sterne) rotstichig verzerren und die Kalibrierung ruinieren.
    2. Die Lösung: Das Ha-Bild wurde zunächst mithilfe von StarXTerminator von den Sternen befreit. Dieses reine Nebelsignal diente dann als Luminanzmaske.
       
  7. Selektive Einmischung: Über ein spezielles Skript wurde der Wasserstoffanteil nur in den relevanten Nebelregionen graduell eingefügt, wodurch die Strukturen deutlich an Tiefe gewinnen, während die natürlichen Sternfarben erhalten bleiben.

Im Ergebnis sieht man jetzt die Ha-Daten als rosa leuchtende Wolken in der Galaxie leuchten, die vorher so nicht sichtbar waren.

  • Die "Leucht-Farbe" von Wasserstoff: Wenn Wasserstoffgas im Weltall durch heiße Sterne zum Leuchten angeregt wird, sendet es Licht in einer ganz bestimmten Farbe aus – physikalisch ist das ein tiefes Kirschrot.
  • Die Farbmischung: Der Nebel leuchtet aber nicht nur rot. Er sendet gleichzeitig auch eine kleinere Menge blau-grünes Licht (H-Beta) aus.
  • Das Ergebnis: Im fertigen Foto mischen sich diese beiden Farben. Wie im Farbmalkasten ergibt Rot + Blau = Rosa/Magenta.

 

Das nachfolgende Bild enthält zusätzliche Beschriftung der größeren Ha-Emissionsnebelgebiete.

Teleskop: TS-Optics CF-APO 90mm f/6
Kamera: ZWO ASI533MM
Montierung: ZWO AM3
Filter: ZWO H-alpha 7nm
Zubehör: TS-Optics TSFlat25Del
  ZWO ASIAIR Plus
  ZWO EFW 7 x 36mm
  ZWO EAF
Software: PixInsight