Adlernebel
auch bekannt als Messier 16, M16, NGC 6611, IC 4703 oder Säulen der Schöpfung
Der Adlernebel (engl.: Eagle Nebula) ist ein galaktisches Sternentstehungsgebiet (H-II-Gebiet), wobei die massereichen O-Sterne des eingebetteten offenen Sternhaufens NGC 6611 (u. a. HD 168076) die Hauptionisationsquelle darstellen, im Sternbild Schlange (Serpens, genauer Serpens Cauda). Das Gebiet enthält einen sehr jungen offenen Sternhaufen, ist rund 7.000 Lichtjahre entfernt und weist eine Gesamtausdehnung von etwa 70 × 55 Lichtjahren auf (die berühmten zentralen „Säulen der Schöpfung“ erstrecken sich über etwa 4 bis 5 Lichtjahre).
Er wurde im Jahr 1745/1746 von Jean-Philippe de Chéseaux entdeckt (und 1764 von Charles Messier unabhängig in seinen Katalog aufgenommen).
Das eigentliche Highlight auf diesem Bild steht mitten im Feld: die Säulen der Schöpfung.
Als die ersten Aufnahmen von Hubble damals durch die Medien gingen, habe ich als Kind voller Staunen davor gesessen – völlig fasziniert von diesen gigantischen Gas- und Staubstrukturen im All.
Rund 30 Jahre später halte ich jetzt mein eigenes Foto davon in den Händen. Vom staunenden Kind zum eigenen Bild dieses Objekts – für mich ein riesiger persönlicher Meilenstein!
Hier ein Link zur Originale Hubble Aufnahme zum Vergleich.
Wie man dort sehen kann blieb in älteren Bearbeitungen der Grünanteil häufig unkorrigiert, während man ihn in der modernen Bildentwicklung aus ästhetischen Gründen meist gezielt entfernt. Zudem weisen die Sterne im Referenzbild bedingt durch die Falschfarbenpalette einen typischen Magentastich auf. In meiner Aufnahme haben diese durch separate RGB Aufnahmen hingegen die natürlichen Breitbandfarben.
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Da die Bearbeitung solcher Aufnahmen immer auch ein künstlerischer Prozess ist, habe ich mich hier einmal ausgetobt, um ein Bild im Stil von Andy Warhol zu kreieren.
Wie im nachfolgenden Absatz beschrieben, setzt sich das Motiv aus drei Einzelbildern zusammen. Jedes dieser Teilbilder wird einer der Grundfarben zugeordnet, um ein farbiges Gesamtbild zu erhalten. Dadurch entsteht ein sogenanntes Falschfarbenbild: Es gibt zwar nicht die realen Farben wider, erzeugt jedoch einen deutlich höheren Kontrast und macht so wissenschaftliche Details besser sichtbar. Den besten Kontrast erzielt man meist in der SHO-Darstellung (der bekannten Hubble-Palette), weshalb diese in der Regel bevorzugt wird.
Ich habe die Farben diesmal jedoch bewusst wild durchgemischt: Neben SHO habe ich auch HOS-, HSO- und OHS-Varianten erstellt und diese als Mosaik zusammengefügt. So ist ein farbenfrohes Kunstwerk entstanden, das stark an Pop-Art erinnert.
Vielleicht gefällt euch diese etwas andere Herangehensweise ja!
Das Deepskyfoto ist zusammengesetzt aus 6 Einzelbildern. Dafür verwende ich eine schwarzweiß Astrokamera (ASI533MM) ohne Farbfilter vor den einzelnen Pixeln. Vor dieser befindet sich ein Filterrad mit 6 Filtern um dann im Anschluss wieder ein Farbbild aus den Einzelaufnahmen zusammen zu setzen.
- Breitbandfilter (RGB):
- R (Rot), G (Grün), B (Blau): Erfassen das gesamte sichtbare Spektrum in diesen drei Farben.
- Ziel ist die Erfassung der natürlichen Farben der Sterne.
- Schmalbandfilter (SHO-Palette):
- Hα (Wasserstoff-Alpha): Isoliert das Licht des ionisierten Wasserstoffs (der stärkste Emitter in vielen Nebeln).
- OIII (Sauerstoff III): Isoliert das Licht von dreifach ionisiertem Sauerstoff.
- SII (Schwefel II): Isoliert das Emissionslicht von doppelt ionisiertem Schwefel.
- Ziel ist die Erfassung feiner Details und Gasstrukturen in Emissionsnebeln durch die schmaldbandigen Filter. Ebenfalls bin ich dadurch in der Lage die hohe Lichtverschmutzung in Würzburg zu reduzieren
- Ziel ist die Erfassung feiner Details und Gasstrukturen in Emissionsnebeln durch die schmaldbandigen Filter. Ebenfalls bin ich dadurch in der Lage die hohe Lichtverschmutzung in Würzburg zu reduzieren
- Stacking SHO: Alle Einzelbilder jedes SII, Hα und OIII Filters werden separat gestackt (gemittelt), um drei monochrome Master-Bilder zu erhalten.
- Kanalzuweisung (Hubble-Palette): Die Master-Bilder werden in ein Farbbild kombiniert, wobei die Kanäle in einer sogenannten Falschfarben-Palette zugewiesen werden. Die klassische Hubble-Palette ist:
- Rot-Kanal ← SII
- Grün-Kanal ← Hα
- Blau-Kanal ← OIII
- Stacking RGB: Die R-, G- und B-Aufnahmen werden separat gestackt, um drei monochrome Master-Bilder zu erhalten.
- Kanal-Kombination: Die Master-Bilder R, G und B werden zu einem natürlichen Farbbild der Sterne kombiniert.
- Der finale Schritt ist die Verschmelzung der beiden Ergebnisse:
- Das SHO-Nebel-Bild wird bearbeitet, um die Struktur und Farbdetails herauszuarbeiten.
- Die Sterne aus dem SHO-Bild werden entfernt , da sie unnatürliche Farben aufweisen.
- Die Sterne aus dem RGB-Bild (mit ihren natürlichen Farben) werden extrahiert und dem SHO-Nebula-Bild hinzugefügt. Dies ergibt ein Endergebnis, das sowohl die tiefen Strukturen des Nebels als auch die natürlich leuchtenden Sternfarben zeigt.
Belichtungszeit
Aufnahmedatum: 19.06 und 11/12.07.2025
| Filter: | Zeit in sec: | Anzahl: |
| R | 30 | 10 |
| G | 30 | 10 |
| B | 30 | 10 |
| SII | 180 | 77 |
| Ha | 180 | 25 |
| OIII | 180 | 55 |
| Gesamtzeit: | 8h 06m |
| Teleskop: | TS-Optics CF-APO 90mm f/6 |
| Kamera: | ZWO ASI533MM |
| Montierung: | ZWO AM3 |
| Filter: | ZWO Red |
| ZWO Green | |
| ZWO Blue | |
| ZWO H-alpha 7nm | |
| ZWO O-III 7nm | |
| ZWO S-II 7nm | |
| Zubehör: | TS-Optics TSCFRed90 |
| ZWO ASIAIR Plus | |
| ZWO EFW 7 x 36mm | |
| ZWO EAF | |
| Software: | PixInsight |